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Lokale KI lernen
Modul 4: Praxislektion

Dein Notebook KI-bereit machen — sicher installieren, sauber entfernen

Bevor die erste KI-Software auf dein Gerät kommt: System prüfen, einen Experimentier-Ordner einrichten, Downloads absichern — und wissen, wie du alles rückstandsfrei wieder loswirst.

Dauer
ca. 30 Minuten
Lernziel
Du kannst dein System einschätzen (RAM, Speicherplatz, Prozessor), KI-Software nach Sicherheitsregeln installieren und jedes Experiment vollständig rückgängig machen.
Voraussetzungen
Windows-Notebook (Windows 10 oder 11) · Administratorrechte auf dem Gerät

Worum es geht

In Mission 1 installierst du deine erste lokale KI. Diese Lektion legt das Fundament dafür — und für jedes weitere Experiment im Kurs: Du lernst dein System einschätzen, richtest eine saubere Ordnerstruktur ein und übst die zwei wichtigsten Gewohnheiten sicherer Bastler: nur aus offiziellen Quellen laden und jeden Schritt rückgängig machen können.

Schritt 1: Dein System kennenlernen

Öffne zuerst den Task-Manager mit der Tastenkombination Ctrl + Shift + Esc und wechsle zum Reiter Leistung:

  • Arbeitsspeicher: Wie viel RAM ist eingebaut, wie viel ist gerade belegt? Auf einem 16-GB-Notebook sind nach dem Start oft schon 6–8 GB durch Windows und Programme belegt — der Rest ist dein Spielraum für KI-Modelle.
  • CPU: Notiere dir die Prozessorbezeichnung (z. B. «Intel Core i5-1235U») — sie hilft später bei der Fehlersuche.
  • GPU: Steht dort nur eine integrierte Grafik (z. B. «Intel Iris Xe»), hast du keinen eigenen Grafikspeicher (VRAM) — kein Problem, die KI rechnet dann auf der CPU.

Jetzt der freie Speicherplatz. Öffne PowerShell (Startmenü → «PowerShell» tippen → Enter) und führe aus:

Get-PSDrive C | Select-Object @{n='Frei (GB)'; e={[math]::Round($_.Free/1GB)}}, @{n='Belegt (GB)'; e={[math]::Round($_.Used/1GB)}}

Der Befehl liest die Laufwerksdaten von C: aus und rechnet sie in Gigabyte um — er verändert nichts an deinem System.

Schritt 2: Einen Experimentier-Ordner anlegen

Alles, was wir im Kurs bauen, bekommt ein festes Zuhause — so vermischen sich Experimente nie mit deinen wichtigen Dateien. Führe in PowerShell aus:

New-Item -ItemType Directory -Path "$HOME\KI-Experimente", "$HOME\KI-Experimente\Eingang", "$HOME\KI-Experimente\Ausgang", "$HOME\KI-Experimente\Notizen"

Der Befehl erstellt in deinem Benutzerordner den Ordner KI-Experimente mit drei Unterordnern. Eingang und Ausgang brauchst du ab Mission 5 für deinen ersten Agenten; in Notizen sammelst du Erkenntnisse.

Erwartetes Ergebnis: PowerShell listet die vier neu erstellten Ordner auf. Du findest sie im Explorer unter C:\Users\<dein Name>\KI-Experimente.

Schritt 3: Die Download-Grundregeln

Für KI-Software gelten dieselben Regeln wie für jede Software — nur konsequenter, weil das Ökosystem jung ist und viele Trittbrettfahrer anzieht:

  1. Nur die offizielle Quelle. Immer die Adresse des Herstellers direkt eintippen oder aus der offiziellen Dokumentation folgen (z. B. lmstudio.ai, ollama.com). Nie über Werbelinks oder «Download-Portale» gehen — dort werden Installer gern mit Beigaben «angereichert».
  2. Auf https:// achten. Das Schloss-Symbol im Browser bestätigt, dass du mit der echten Website verbunden bist.
  3. Vor dem Öffnen prüfen lassen. Windows prüft Downloads automatisch (Defender SmartScreen). Zusätzlich kannst du jede Datei im Explorer mit Rechtsklick → Mit Microsoft Defender überprüfen scannen.
  4. Misstrauisch bleiben bei Warnungen. Blockiert Windows einen Installer eines angeblich bekannten Programms, brich ab und prüfe die Quelle — echte Installer grosser Projekte sind in der Regel signiert.

Schritt 4: Wissen, wo alles landet

KI-Programme legen Daten an zwei Orten ab — beide solltest du kennen:

  • Das Programm selbst landet wie üblich unter C:\Programme bzw. C:\Users\<Name>\AppData\Local und erscheint in der Windows-App-Liste.
  • Die Modelle speichern die meisten Programme in einem eigenen Ordner in deinem Benutzerverzeichnis. Modelle sind der Speicherfresser: Ein einzelnes kann 2–20 GB belegen. Wo genau dein Programm sie ablegt, findest du in dessen Einstellungen (in LM Studio etwa im Bereich «My Models») — schau dort einmal nach und notiere dir den Pfad.

So behältst du den Überblick, welche Ordner die meisten Daten belegen — direkt in den Windows-Einstellungen: Einstellungen → System → Speicher.

Schritt 5: Der Rücksetzweg — jedes Experiment rückstandsfrei entfernen

Damit du es einmal komplett geübt hast, hier der allgemeine Rückbau in drei Schritten (er gilt sinngemäss für jede Software im Kurs):

  1. Programm deinstallieren: Einstellungen → AppsInstallierte Apps → Programm suchen → Deinstallieren.
  2. Modelle und Daten löschen: Den in Schritt 4 notierten Modell-Ordner im Explorer löschen (erst in den Papierkorb — endgültig leeren, wenn du sicher bist).
  3. Kontrolle: Unter Einstellungen → System → Speicher prüfen, ob der Platz wieder frei ist.

Auch unser heutiger Experimentier-Ordner hat einen Rücksetzweg — falls du je alles entfernen willst:

Remove-Item "$HOME\KI-Experimente" -Recurse -Confirm

Der Zusatz -Confirm sorgt dafür, dass PowerShell vor dem Löschen jedes Ordners nachfragt — eine gute Angewohnheit bei jedem Remove-Item. Führe das jetzt nicht aus — wir brauchen den Ordner im ganzen Kurs; er steht hier nur der Vollständigkeit halber.

Fehlerbehebung

  • «Die Ausführung von Skripts ist auf diesem System deaktiviert» — betrifft nur .ps1-Skriptdateien, nicht die direkt eingetippten Befehle dieser Lektion. Kommt die Meldung trotzdem, tippst du die Befehle direkt ins PowerShell-Fenster statt sie als Datei auszuführen.
  • PowerShell findet den Befehl nicht: Prüfe, ob du wirklich PowerShell geöffnet hast (blaues Fenster) und nicht die alte Eingabeaufforderung (schwarzes Fenster, versteht andere Befehle).
  • Ältere Prozessoren: Moderne KI-Programme setzen auf x64-Systemen den Befehlssatz AVX2 voraus (LM Studio nennt das offiziell als Anforderung). Intel- und AMD-Prozessoren ab etwa 2013–2015 unterstützen ihn praktisch durchgehend. Startet eine KI-Software auf einem deutlich älteren Gerät nicht, ist das die wahrscheinlichste Ursache.
Vertiefung: Warum kein Administrator-Konto für den Alltag?

Viele Windows-Nutzer arbeiten dauerhaft mit Administratorrechten. Für KI-Experimente — und besonders später für Agenten, die Dateien verarbeiten — ist das Prinzip der minimalen Berechtigung goldwert: Was mit normalen Rechten läuft, kann im schlimmsten Fall auch nur normale Dinge kaputt machen. Die Agenten-Module vertiefen das; für heute reicht die Haltung: Rechte nur erteilen, wenn ein Programm sie nachvollziehbar braucht.

Kurz geprüft

3 Fragen zum Festigen — Feedback kommt sofort.

Du willst LM Studio herunterladen. Welcher Weg ist richtig?
Was belegt bei lokaler KI erfahrungsgemäss den meisten Speicherplatz?
Wozu dient der Zusatz «-Confirm» bei Remove-Item?

Das kann ich jetzt

  • Ich kann RAM, freien Speicherplatz und Grafikausstattung meines Notebooks selbst auslesen und einordnen.
  • Ich habe eine saubere Ordnerstruktur für alle Kurs-Experimente.
  • Ich wende die Download-Grundregeln an und weiss, warum Modell-Dateien und Programme unterschiedlich riskant sind.
  • Ich kann jedes Experiment vollständig zurückbauen — Programm, Modelle, Daten.

Nächster Schritt: Mission 1 — Meine erste lokale KI. Dein System ist jetzt bereit dafür.