Dein Notebook KI-bereit machen — sicher installieren, sauber entfernen
Bevor die erste KI-Software auf dein Gerät kommt: System prüfen, einen Experimentier-Ordner einrichten, Downloads absichern — und wissen, wie du alles rückstandsfrei wieder loswirst.
Worum es geht
In Mission 1 installierst du deine erste lokale KI. Diese Lektion legt das Fundament dafür — und für jedes weitere Experiment im Kurs: Du lernst dein System einschätzen, richtest eine saubere Ordnerstruktur ein und übst die zwei wichtigsten Gewohnheiten sicherer Bastler: nur aus offiziellen Quellen laden und jeden Schritt rückgängig machen können.
Schritt 1: Dein System kennenlernen
Öffne zuerst den Task-Manager mit der Tastenkombination Ctrl + Shift + Esc und wechsle zum Reiter Leistung:
- Arbeitsspeicher: Wie viel RAM ist eingebaut, wie viel ist gerade belegt? Auf einem 16-GB-Notebook sind nach dem Start oft schon 6–8 GB durch Windows und Programme belegt — der Rest ist dein Spielraum für KI-Modelle.
- CPU: Notiere dir die Prozessorbezeichnung (z. B. «Intel Core i5-1235U») — sie hilft später bei der Fehlersuche.
- GPU: Steht dort nur eine integrierte Grafik (z. B. «Intel Iris Xe»), hast du keinen eigenen Grafikspeicher (VRAM) — kein Problem, die KI rechnet dann auf der CPU.
Jetzt der freie Speicherplatz. Öffne PowerShell (Startmenü → «PowerShell» tippen → Enter) und führe aus:
Get-PSDrive C | Select-Object @{n='Frei (GB)'; e={[math]::Round($_.Free/1GB)}}, @{n='Belegt (GB)'; e={[math]::Round($_.Used/1GB)}}
Der Befehl liest die Laufwerksdaten von C: aus und rechnet sie in Gigabyte um — er verändert
nichts an deinem System.
Schritt 2: Einen Experimentier-Ordner anlegen
Alles, was wir im Kurs bauen, bekommt ein festes Zuhause — so vermischen sich Experimente nie mit deinen wichtigen Dateien. Führe in PowerShell aus:
New-Item -ItemType Directory -Path "$HOME\KI-Experimente", "$HOME\KI-Experimente\Eingang", "$HOME\KI-Experimente\Ausgang", "$HOME\KI-Experimente\Notizen"
Der Befehl erstellt in deinem Benutzerordner den Ordner KI-Experimente mit drei Unterordnern.
Eingang und Ausgang brauchst du ab Mission 5 für deinen ersten Agenten; in Notizen sammelst
du Erkenntnisse.
Erwartetes Ergebnis: PowerShell listet die vier neu erstellten Ordner auf. Du findest sie im
Explorer unter C:\Users\<dein Name>\KI-Experimente.
Schritt 3: Die Download-Grundregeln
Für KI-Software gelten dieselben Regeln wie für jede Software — nur konsequenter, weil das Ökosystem jung ist und viele Trittbrettfahrer anzieht:
- Nur die offizielle Quelle. Immer die Adresse des Herstellers direkt eintippen oder aus
der offiziellen Dokumentation folgen (z. B.
lmstudio.ai,ollama.com). Nie über Werbelinks oder «Download-Portale» gehen — dort werden Installer gern mit Beigaben «angereichert». - Auf
https://achten. Das Schloss-Symbol im Browser bestätigt, dass du mit der echten Website verbunden bist. - Vor dem Öffnen prüfen lassen. Windows prüft Downloads automatisch (Defender SmartScreen). Zusätzlich kannst du jede Datei im Explorer mit Rechtsklick → Mit Microsoft Defender überprüfen scannen.
- Misstrauisch bleiben bei Warnungen. Blockiert Windows einen Installer eines angeblich bekannten Programms, brich ab und prüfe die Quelle — echte Installer grosser Projekte sind in der Regel signiert.
Schritt 4: Wissen, wo alles landet
KI-Programme legen Daten an zwei Orten ab — beide solltest du kennen:
- Das Programm selbst landet wie üblich unter
C:\Programmebzw.C:\Users\<Name>\AppData\Localund erscheint in der Windows-App-Liste. - Die Modelle speichern die meisten Programme in einem eigenen Ordner in deinem Benutzerverzeichnis. Modelle sind der Speicherfresser: Ein einzelnes kann 2–20 GB belegen. Wo genau dein Programm sie ablegt, findest du in dessen Einstellungen (in LM Studio etwa im Bereich «My Models») — schau dort einmal nach und notiere dir den Pfad.
So behältst du den Überblick, welche Ordner die meisten Daten belegen — direkt in den Windows-Einstellungen: Einstellungen → System → Speicher.
Schritt 5: Der Rücksetzweg — jedes Experiment rückstandsfrei entfernen
Damit du es einmal komplett geübt hast, hier der allgemeine Rückbau in drei Schritten (er gilt sinngemäss für jede Software im Kurs):
- Programm deinstallieren: Einstellungen → Apps → Installierte Apps → Programm suchen → Deinstallieren.
- Modelle und Daten löschen: Den in Schritt 4 notierten Modell-Ordner im Explorer löschen (erst in den Papierkorb — endgültig leeren, wenn du sicher bist).
- Kontrolle: Unter Einstellungen → System → Speicher prüfen, ob der Platz wieder frei ist.
Auch unser heutiger Experimentier-Ordner hat einen Rücksetzweg — falls du je alles entfernen willst:
Remove-Item "$HOME\KI-Experimente" -Recurse -Confirm
Der Zusatz -Confirm sorgt dafür, dass PowerShell vor dem Löschen jedes Ordners nachfragt —
eine gute Angewohnheit bei jedem Remove-Item. Führe das jetzt nicht aus — wir brauchen den
Ordner im ganzen Kurs; er steht hier nur der Vollständigkeit halber.
Fehlerbehebung
- «Die Ausführung von Skripts ist auf diesem System deaktiviert» — betrifft nur
.ps1-Skriptdateien, nicht die direkt eingetippten Befehle dieser Lektion. Kommt die Meldung trotzdem, tippst du die Befehle direkt ins PowerShell-Fenster statt sie als Datei auszuführen. - PowerShell findet den Befehl nicht: Prüfe, ob du wirklich PowerShell geöffnet hast (blaues Fenster) und nicht die alte Eingabeaufforderung (schwarzes Fenster, versteht andere Befehle).
- Ältere Prozessoren: Moderne KI-Programme setzen auf x64-Systemen den Befehlssatz AVX2 voraus (LM Studio nennt das offiziell als Anforderung). Intel- und AMD-Prozessoren ab etwa 2013–2015 unterstützen ihn praktisch durchgehend. Startet eine KI-Software auf einem deutlich älteren Gerät nicht, ist das die wahrscheinlichste Ursache.
Vertiefung: Warum kein Administrator-Konto für den Alltag?
Viele Windows-Nutzer arbeiten dauerhaft mit Administratorrechten. Für KI-Experimente — und besonders später für Agenten, die Dateien verarbeiten — ist das Prinzip der minimalen Berechtigung goldwert: Was mit normalen Rechten läuft, kann im schlimmsten Fall auch nur normale Dinge kaputt machen. Die Agenten-Module vertiefen das; für heute reicht die Haltung: Rechte nur erteilen, wenn ein Programm sie nachvollziehbar braucht.
Kurz geprüft
3 Fragen zum Festigen — Feedback kommt sofort.
Das kann ich jetzt
- Ich kann RAM, freien Speicherplatz und Grafikausstattung meines Notebooks selbst auslesen und einordnen.
- Ich habe eine saubere Ordnerstruktur für alle Kurs-Experimente.
- Ich wende die Download-Grundregeln an und weiss, warum Modell-Dateien und Programme unterschiedlich riskant sind.
- Ich kann jedes Experiment vollständig zurückbauen — Programm, Modelle, Daten.
Nächster Schritt: Mission 1 — Meine erste lokale KI. Dein System ist jetzt bereit dafür.